Buchreihen,  Das Reich der sieben Höfe,  Rezension

Frost und Mondlicht ♦ Sarah J. Maas | Rezension

Frost und Mondlicht ♦ Sarah J. Maas | Rezension
Auf dem deutschen Buchmarkt wird „Frost und Mondlicht“ immer als 4. Band der Reihe „Das Reich der sieben Höfe“ vorgestellt. Was aber, laut dem amerikanischen Markt, nicht stimmt. Denn dort wird dieses Buch als Zwischennovelle, #3.1 angegeben. Und schaue ich auf den Inhalt des Buches, dann ergibt das auch Sinn. Lest weiter, wenn ihr mehr wissen wollt.

Frost und Mondlicht ♦ Sarah J. Maas | Rezension

Wer dieses Buch mit folgenden Worten „Null Inhalt“ bewertet, hat das Buch nicht verstanden! Und sich auch leider vom Verlag ein wenig in die Irre führen lassen. Denn wäre dies wirklich der VIERTE Band, dann hätte auch ich sehr viel mehr erwartet. Aber als Zwischennovelle, die einen Teil des Epos (Band 1-3) abschließend verarbeitet, ist das wirklich sehr ruhige Setting absolut richtig.

Sarah J. Maas hat mit „Frost und Mondlicht“ eine Novelle zum Nachdenken, Revue-passieren-lassen und Durchatmen geschaffen.

Der schreckliche Kampf gegen Hybern ist nicht spurlos an Feyre, Rhys und ihren Gefährten vorbeigegangen. Trotzdem geben sie alles dafür, den Hof der Nacht wiederaufzubauen und den unsicheren Frieden im Reich zu erhalten. Die bevorstehende Wintersonnenwende bietet die perfekte Gelegenheit, endlich abzuschalten und gemeinsam zu feiern. Doch auch die festliche Atmosphäre kann die Schatten der Vergangenheit nicht zurückhalten – denn Feyres Freunde tragen tiefe Wunden in sich und ihren Verbündeten aus dem Krieg ist noch lange nicht zu trauen.

Frost und Mondlicht (Das Reich der sieben Höfe, #3.5) ♦ Sarah J. Maas ©dtv Verlag

Meinung

Aufgrund meines Jobs habe ich seit vielen Jahren täglich mit Soldaten (vorwiegend US – Soldaten) zu tun, auch mit jenen, die in Kriegsgebieten und Kampfeinsätzen gedient haben. Mit einigen bin ich schon sehr lange eng befreundet und weiß von ihren Erfahrungen, Gedanken und Gefühlen, und wie verdammt wichtig es ist, über das Erlebte mit einer anderen Person zu reden.

Rhys wusste genau, warum ich mich in manchen Nächten an ihn klammerte, wieso ich hin und wieder im strahlenden Sonnenschein seine Hand nahm. Er wusste es, weil ich wiederum erkannte, wieso sein Blick manchmal in die Ferne ging oder er uns blinzelnd ansah, als könnte er es nicht glauben. […] Ab und zu graute mir gar vor den stillen Tagen des Müßiggangs, wenn mich all diese Erinnerungen schließlich doch heimsuchten.S.12 , Frost und Mondlicht (Das Reich der sieben Höfe, #3.1) ‒ Sarah J. Maas

Handlung

Genau das passiert in dieser Novelle, das Verarbeiten vom Trauma des Krieges, und ist an sich für Fantasy – Epen sehr neu. Denn schaut doch mal auf „Das Lied von Feuer und Eis“ (Martin) oder „Herr der Ringe“ (Tolkien). Da enden die grandiosen Epen mit dem Sieg über die große finale Schlacht und mit der Krönung neuer sympathischerer Herrscher*innen. Aber, wie die Protagonist*innen mit dem Erlebten aus der Schlacht nach Hause kehren und weitermachen, lesen wir so gut wie nie.

Das Hauptaugenmerk von „Frost und Mondlicht“ liegt ganz klar auf den Mitgliedern des Hofes und ihren Beziehungen zu- und miteinander, aber auch auf dem Wiederaufbau von Velaris und Prythian im Allgemeinen. Der Großteil der Kapitel wird aus der Sicht von Feyre und Rhysand beleuchtet. Zu meiner Freude erhielten aber auch Nesta, Cassian und Morrigan eine Stimme, denn in einigen Kapiteln durfte ich so durch ihre Augen einen Blick auf das Geschehen, ihre Gedanken und Gefühle werfen. Interessant waren auch die weiter zurückliegenden Vergangenheiten von Cas und Mor, die in den vorangegangenen Büchern immer nur mal am Rande erwähnt wurden.
Ein paar überraschende Entwicklungen gibt es auch im Hinblick darauf, da wir in diesem Buch ebenfalls auf Tamlin und Lucien treffen.

Zur Wintersonnenwende, wohl vergleichbar mit Weihnachten, wollen Rhysand und Feyre sich mit den Mitgliedern ihres Hofes (Morrigan und Amren, Azriel und Cassian, Elain und Nesta) im Stadthaus einfinden, um miteinander zu feiern. Doch die Feierlichkeiten werden, durch die vom Krieg geschlagenen Wunden der einzelnen Protagonisten, überschattet.
Viele andere würden wahrscheinlich hier ansetzen und schreiben, dass in dem Buch nichts passiert, aber genau da liegt der Punkt. Hier passiert sehr viel, nur eben ohne große Action oder Spannung. Denn die Gedanken und Gefühle, welche in diesem Buch zum Ausdruck gebracht werden, sollen den Charakteren helfen, die Geschehnisse zu verarbeiten. Es sind stille Zwischentöne, die aber so tief verankert sind, dass dadurch alle Charaktere sehr authentisch und realistisch herüberkommen.

Diese Zwischennovelle ist für mich eine Art Verbindungstür zu einem neuen Abschnitt des Epos. Denn ich denke, dass wir im 4. Band (A Court of Silver Flames) wieder die gewohnte Spannung und Action von Frau Maas erleben werden.

Fazit

Bewertung: 4 von 5.

Dieses Buch ist ein Heilungsprozess, für (fast) alle Beteiligten.
Feyre, Rhys, sich mit den Erinnerungen ihrer Taten auf dem Schlachtfeld und den Geschehnissen, was ihnen widerfahren ist, auseinandersetzen. Aber auch wie sie in Zukunft ihr Leben verbringen wollen und wie sie den Frieden in Prythian und auf dem Kontinent erhalten wollen und könnten.

»Es ist eine Zeit, in der wir zur Ruhe kommen«, fuhr Nuala fort. »Und über die Dunkelheit nachdenken ‒ wie sehr sie das Licht zum Leuchten bringt.«S.14 , Frost und Mondlicht (Das Reich der sieben Höfe, #3.1) ‒ Sarah J. Maas

Bibliographie

Frost und Mondlicht ♦ Sarah J. Maas | Rezension

Titel: Frost und Mondlicht
Originaltitel: A Court of Frost and Starlight
Reihe: Das Reich der sieben Höfe
Originaltitel Reihe: A Court of Thorns and Roses
Band: #3.1
Autorin: Sarah J. Maas (Website)
Übersetzerin: Anne Brauner
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
Seitenzahl: 342
Format: Hardcover
Sprache: Deutsch
Erscheinungsdatum: 22. März 2019
ISBN-13: 9783423762519
Preis: €17,95
weitere Formate: eBook, AudioBook
Kategorie/Genre: Fantasy, High Fantasy

Cover ©dtv Verlag

Die Reihe – „Das Reich der sieben Höfe“

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Mein Song zu „Frost und Mondlicht“

Lesende Grüße,
RoXXie

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Aleshanee
Gast
2 Tage zuvor

Schönen guten Morgen! Da ich die Reihe nicht kenne kann ich dazu wenig sagen – aber dass Verlage manche Neuerscheinungen und vor allem Reihen nicht so rüberbringen, wie sie gedacht sind, kam ja leider schon öfters vor. Und es stimmt: wenn man eine bestimmte Erwartung hat, liest es sich einfach anders. Schön dass du es für dich richtig interpretiert hast. Ja, die meisten Geschichten enden nach dem „Sieg“, aber es gibt schon einige Bücher, die auch das mit einbeziehen, was Menschen danach, also nach Kämpfen etc., durchstehen müssen. Oft hab ich das aber auch noch nicht gelesen und mir fällt… Weiterlesen »

Moni2506
Gast
3 Tage zuvor

Hey Roxxie, da hat der Verlag dann echt auch ein bisschen Mist gebaut. Ich merke immer wieder, dass es auch wichtig ist, mit den richtigen Erwartungen an ein Buch zu gehen. Man ist ja nie so ganz unvoreingenommen, sondern alleine das Genre oder auch Autor*in wecken bestimmte Assoziationen was für ein Buch man dann erwarten kann. Ich habe von Sarah J. Maas noch nicht wirklich was gelesen. Hatte nur mal irgendwas mit Celeana oder so gelesen, aber wieder abgebrochen, weil es nicht so meins war. Was du zu dieser Novelle schreibst, klingt aber auf jeden Fall interessant und ich denke… Weiterlesen »

Barbara Feichtner
Gast
5 Tage zuvor

Hallo RoXXie Ich gebe dir vollkommen recht. Ich habe das Buch auch schon gelesen. Ok das stimmt hier passiert eigentlich nicht viel. Aber es ist auch wirklich schön wie der Alltag von Protagonisten so ist. Ohne mal Kämpfen bzw. viel Action dabei ist. Sondern einfach die normalen Probleme das Leben bringt. Wie die Feyre ihre Erlebnis verarbeitet kann. Ob sie überhaupt sie ein normales Leben will oder mehr Action in ihrem Leben will. Ich finde mit diesem Band lernen wir die Protagonisten von einer anderen Seiten besser kennen. Das man die Protagonisten auch besser verstehen kann. Ich finde das sollte… Weiterlesen »

Barbara Feichtner
Reply to  RoXXie
4 Tage zuvor

Hallo RoXXie

Ok das war halt der falschen Ausdruck von mir gewesen. Das habe ich auch nicht so gemeint.
Ich meinte auch das nicht viel Action vorhanden ist. Sondern das mehr Gefühl dabei ist.

LG Barbara

Stephanie
Gast
5 Tage zuvor

Wow, ich habe dieser Reihe bisher keine Beachtung geschenkt. Der Ansatz, dass die Helden in Fantasyromanen auch Trauma erleiden, scheint auch mir relativ neu zu sein. Mir fällt dazu spontan nichts ein oder ich habe es nicht bewusst wahrgenommen, wenn es drin war. Auf jeden Fall ein sehr wichtiges Thema!

Liebe Grüße Stephanie aka kleiner Komet

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