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Dornenhecke - Rezension

Dornenhecke ♦ T. Kingfisher | ARC Rezension

Märchenhafte Fantasy ohne Biss – warum mich die preisgekrönte Dornenhecke enttäuscht hat

Dornenhecke von T. Kingfisher hat 2024 den Hugo Award für die Beste Novelle gewonnen – ein wahrlich prestigeträchtiger Preis, der bei mir automatisch hohe Erwartungen geweckt hat. Leider muss ich sagen, dass ich mich dieser Begeisterung nicht anschließen kann. Für mich war diese knapp 150-seitige Geschichte eher eine Enttäuschung, und das aus mehreren Gründen.

Through NetGalley I received an advance review copy (ARC) for free, and I am leaving this review voluntarily.


Dornenhecke ♦ T. Kingfisher | ARC Rezension
Fantasy

Dornenhecke by T. Kingfisher
Original Title: Thornhedge
Genre: Fantasy, Retellings
Translator: Elena Helfrecht
Published on 10. Oct 2025 by Cross Cult
Pages: 144
Format: ARC, Kindle Edition
ISBN-13: 9783986667351
ASIN: B0DLL8GDDK
Language: German
Original Language: English
Source: NetGalley
Link to Goodreads
My rating: | Spice: zero-flames

Dornenhecke erzählt von einer krötigen Heldin mit einem Herz aus Gold, einem liebenswerten Ritter und einer Mission, die komplett in die Hose geht …

Es war einmal eine Prinzessin, die in einem Turm festsaß.
Diese Geschichte handelt nicht von ihr.

Kurz nach ihrer Geburt wird Krötling von den Feen entführt. So wächst sie zwar fern von ihrer Familie, doch geliebt und geborgen in den warmen Wassern des Feenlandes auf. Eines Tages wenden sich die Feen mit einer Bitte an Sie soll in die Menschenwelt zurückkehren, um ein Neugeborenes mit einem schützenden Segensspruch zu bedenken. Klingt einfach, oder?

Doch bei den Feen ist nichts jemals einfach.

Jahrhunderte später nähert sich ein Ritter einer hohen Dornenhecke, deren Stacheln so scharf wie Schwerter und dick wie Unterarme sind. Wie er gehört hat, gibt es hier einen Fluch zu brechen – einen Fluch, den Krötling mit aller Macht aufrechterhalten will …


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Dornenhecke ♦ T. Kingfisher

Eine Rezension

Meinung

Bevor ich ein Buch kaufe oder anfrage, informiere ich mich fast immer auf Goodreads, vor allem über Genre-Einstufung und inhaltliche Richtung. Dornenhecke wird dort u. a. als Fantasy mit Horrorelementen geführt – und genau hier begann mein erstes Problem: Ich habe auf den angekündigten Horror vergeblich gewartet. Weder Atmosphäre noch Handlung enthielten etwas, das auch nur ansatzweise als gruselig, bedrohlich oder unheimlich gelten könnte. Stattdessen fühlte sich die Novelle über weite Strecken wie eine märchenhafte Fantasygeschichte ohne besondere Tiefe an. Das wäre nicht tragisch – wenn ich nicht etwas völlig anderes erwartet hätte.

Ein Hauptgrund für meine Ernüchterung war allerdings der Schreibstil. Er wirkte auf mich eher kindlich, fast schon wie ein Kinderbuch erzählt, und passte so gar nicht zur Alterskategorie „Adult“, unter der das Buch vermarktet wird. Das mag in Teilen an der Übersetzung von Elena Helfrecht liegen – das englische Original habe ich nicht gelesen, also kann ich nicht beurteilen, ob der Ton dort anders ist. Doch selbst wenn die Übersetzung stilistisch getroffen sein sollte, empfand ich die Sprache als simplifiziert und dadurch emotional distanziert. Ich hatte nie das Gefühl, wirklich in der Geschichte zu sein.

Die Hauptfigur Krötling hat zwar ein naives, liebenswert skurriles Wesen, und in gewisser Weise passt der Stil zu ihrer kindlich-unschuldigen Sicht auf die Welt. Trotzdem konnte ich keine emotionale Bindung zu ihr aufbauen, und das Gleiche gilt für den Ritter, dessen ständiges Pflichtbewusstsein eher nervig wirkte als heroisch. Insgesamt fehlte mir in der Geschichte jegliche Form von emotionalem Tiefgang – dabei hätte das Thema durchaus Potenzial dafür gehabt.

Fazit

Die Handlung plätschert vor sich hin, ohne echte Spannung, ohne Überraschungen, ohne innere Konflikte. Vieles wirkt eher wie ein Konzept als wie eine ausgereifte Erzählung. Gerade weil das Buch so einen hochrangigen Preis gewonnen hat, bleibt bei mir vor allem die Frage zurück: Was hat die Jury darin gesehen, das ich nicht sehen konnte?

Unterm Strich ist Dornenhecke für mich eine nette, aber unspektakuläre Novelle, die weder als Horror noch als Erwachsenenfantasy überzeugt. Potenzial war da – genutzt wurde es leider kaum.

About T. Kingfisher

T. Kingfisher

T. Kingfisher ist das etwas skurrile Pseudonym von Ursula Vernon. Im wahren Leben schreibt sie Kinderbücher und schräge Comics und wurde mit dem Hugo Award, dem Sequoyah Award und dem Ursa Major Award ausgezeichnet sowie mit mehreren Preisen der Junior Library Guild geehrt.

Unter diesem Namen veröffentlicht sie Werke für Erwachsene.

Wenn sie nicht gerade schreibt, ist sie wahrscheinlich im Garten und versucht, Schmetterlingen in die Augen zu schauen.

Diese Rezension wurde auch hier veröffentlicht:

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Aleshanee
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6 Months ago

Schönen guten Morgen!

Das ist natürlich schade, dass es dich jetzt enttäuscht hat. Diese Preise und Auszeichnungen bei Büchern beachte ich tatsächlich überhaupt nicht, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass gerade diese dann nicht meinen Geschmack treffen 😀

Bei einem Retelling mit 150 Seiten erwarte ich jetzt tatsächlich gar nicht so viel Tiefgang … das gibt es sicher auch, aber hier scheint die Autorin den Fokus eher auf das Märchen gelegt zu haben (wobei es schon sehr anders klingt als das Original?) Märchen sind ja eher kindlich, aber gleichzeitig auch grausam – da hätten also durchaus Horrorelemente auftauchen können. Wobei die Genrezuteilungen auf goodreads auch nicht immer so zutreffend sind wie ich festgestellt habe.

Ich lese von T. Kingfisher ja grade „The Raven and the Reindeer“ (mit 226 Seiten jetzt auch nicht so dick) und ich hatte auch erwartet, dass hier Die Schneekönigin mit neuen Ideen aufwartet – ich kenne das Original im Detail jetzt nicht mehr so gut, das ist schon zu lange her, aber bisher passiert alles ziemlich gleich, hab ich das Gefühl. Es ist auch so erzählt wie ein Märchen. Soll heißen die Charaktere bleiben etwas unnahbar und es fokussiert sich auf den Handlungsablauf. Ich könnte mir vorstellen dass das bei der Dornenhecke ähnlich war.

Nachdem ich über T. Kingfisher hauptsächlich aufmerksam geworden bin, dass ihre Bücher eben oft unter „Horror“ gelistet sind, merke ich, dass der Horroranteil hier scheinbar doch eher gering ist…

Liebste Grüße, Aleshanee

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