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Verlorene Städte - ARC Rezension

Verlorene Städte ♦ Anne Herzel | ARC Rezension

Rezension zu „Verlorene Städte“ von Anna Herzel – 2 Sterne

Ich hatte große Erwartungen an Verlorene Städte, den ersten Band der Lichter unter London-Reihe von Anna Herzel. Der Klappentext versprach eine düstere, geheimnisvolle Reise in die Tiefe der Londoner Katakomben – ein spannendes Setting voller grotesker Kreaturen, unentdeckter Gefahren und mystischer Geheimnisse. Leider wurde meine Vorfreude recht schnell gedämpft.

Through NetGalley I received an advance review copy (ARC) for free, and I am leaving this review voluntarily.


Verlorene Städte ♦ Anne Herzel | ARC Rezension
Fantasy Mystery

Verlorene Städte by Anne Herzel
Series: Lichter unter London #1
more Volumes: Vergessene Sterne
Genre: Contemporary, LGBTQIA+, Mystery, Urban Fantasy
Published on 01. Apr 2025 by Cross Cult
Pages: 320
Format: ARC, Kindle Edition
ISBN-13: 9783986666668
ASIN: B0DLL7RNRC
Language: German
Source: NetGalley
Link to Goodreads
My rating: | Spice: zero-flames

Der Höllenschlund unter London, genannt die Katakomben: ein in den 90er Jahren entdecktes Höhlensystem jenseits der U-Bahn-Tunnel, das Tausende Meter in die Tiefe reicht. Seinen Grund hat man bis heute nicht gefunden.
Maeve O'Sullivan studiert an der University of Dublin und verfolgt das Ziel, zu einem Mudlark zu einem eingefleischten Tiefenschürfer, der nach Schätzen in den Gewölben sucht. Angestachelt durch eine Wette steigt sie in die Tunnel hinab … verirrt sich jedoch. In dem Versuch, an die Oberfläche zurückzukehren, gelangt sie immer tiefer in dieses Netzwerk verworrener Korridore, bevölkert von grotesken Wesen wie heimtückischen Schlingpflanzen und wandernden Steinen.
Dort begegnet sie dem rätselhaften Blaise. Er rettet sie vor dem sogenannten Wächter, einer Kreatur, die selbst die Mudlarks fürchten. Maeve wird von diesem mit einem Zeichen belegt, das sie zu einem Leben in der Tiefe verdammt – ohne die Möglichkeit, die Katakomben je wieder zu verlassen.
Gemeinsam mit Blaise beginnt sie eine Reise in die Tiefe, mit dem Ziel, am Grund der Unterwelt eine Heilung zu finden.


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Verlorene Städte ♦ Anne Herzel

Eine Rezension

Meinung

Schon der Einstieg ins Buch verlief holprig. Ohne große Einführung wurde ich direkt in die Handlung geworfen, ohne dass ich Gelegenheit hatte, Maeve, die/der Protagonist*in (outet sich im Laufe der Geschichte als non-binär), oder ihre Welt wirklich kennenzulernen. Als Leserin blieb mir kaum Zeit, mich zu orientieren, geschweige denn, eine Verbindung zu Maeve aufzubauen. Stattdessen wurde ich förmlich überrollt von seitenlangen Infodumps über die Flora und Fauna der Unterwelt – von schlingenden Pflanzen bis zu wandernden Steinen. Viele dieser Details waren zwar fantasievoll, wirkten aber eher wie ein Lexikoneintrag als wie organisch in die Geschichte eingebettete Elemente. Besonders frustrierend: Zahlreiche dieser Wesen und Pflanzen tauchten später gar nicht mehr auf, was die anfängliche Überladung an Informationen noch überflüssiger erscheinen ließ.

Ein besonders verwirrender Moment war für mich die Szene mit der sogenannten Frenzy Plant. Diese Pflanze hält Maeve fest umschlungen, fängt gleichzeitig Feuer – und dennoch scheint Maeve das weder zu spüren noch nimmt das irgendeinen Einfluss auf dey. Im Gegenteil, dey landet später sogar wieder auf dieser Pflanze, als wäre nichts gewesen. Solche Beschreibungen wirken unlogisch und reißen mich als Leserin komplett aus der Handlung. Es fehlt an innerer Logik und Konsequenz – etwas, das bei einem Fantasyroman mit klar gesetzten Regeln der Welt unabdingbar ist.

Auch sprachlich hakte es für mich an einigen Stellen. Besonders irritierend empfand ich die ständige Bezeichnung der Bewohner der Unterwelt als Unterweltler. Das klang für mich eher wie eine Abwertung oder eine satirische Bezeichnung und passte nicht zum ansonsten düster-mystischen Ton des Buches. Warum hier kein eigenständiger, atmosphärisch passender Begriff gewählt wurde, bleibt mir ein Rätsel.

Was die Figuren betrifft: Maeve blieb für mich über weite Strecken leider zu blass. Obwohl dey als Studierende der Katakombenforschung eingeführt wird, agiert dey im Laufe der Handlung erschreckend naiv. Demm fehlte es nicht nur an Tiefe, sondern auch an Glaubwürdigkeit. Demm Reaktionen auf das, was demm widerfährt – von der Konfrontation mit grotesken Wesen bis zur Tatsache, dass dey durch ein mysteriöses Zeichen für immer in der Tiefe gefangen sein soll – wirkten oft unbeteiligt oder schlicht unreflektiert. Das machte es mir schwer, mit demm mitzufiebern.

Die Handlung selbst zog sich in den ersten 100 bis 150 Seiten wie Kaugummi. Es passierte wenig, außer dass Maeve durch Tunnel stolperte und neue Pflanzenarten beschrieben wurden. Erst mit dem Auftreten von Blaise und weiteren Figuren kam ein Hauch von Spannung auf. Diese neuen Charaktere hatten durchaus Potenzial, wirkten aber leider unterentwickelt. Angesichts ihrer Wichtigkeit für Maeves Überleben hätten sie viel mehr Raum und Tiefe verdient.

Fazit

Was mich letzten Endes doch durchhalten ließ, war das wunderschön gestaltete Cover – atmosphärisch, geheimnisvoll, ein echter Hingucker – in der Hoffnung, es kommt noch ein Knaller. Leider konnte der Inhalt mich am Ende aber nicht abholen. Ob ich den zweiten Band Vergessene Sterne lesen werde? Im Moment steht das wohl – passend zum Titel – wirklich in den Sternen.

Lichter unter London

Dilogie

Verlorene Städte (#1)Vergessene Sterne (#2)

About Anne Herzel

Anne Herzel

Anne Herzel wurde 1992 im mittelfränkischen Dinkelsbühl geboren. Heute lebt sie mit ihrer Frau Lena in Leipzig. Schon während ihrer Jugend hat sie sich intensiv mit dem Schreiben beschäftigt, dies jedoch erst mit ihrem Journalismus-Studium wieder aufgegriffen. Ihre Buchideen entwickelt sie aus dem Antrieb heraus, Sichtbarkeit für Menschen aus der queeren Community zu schaffen. Insbesondere auf Twitch ist sie, gemeinsam mit ihrer Ehefrau, Teil einer aktiven Gemeinschaft, die sich für LGBTQIA+ und marginalisierte Menschen im Allgemeinen einsetzt.

diese Rezension wurde auch hier veröffentlicht:

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Aleshanee
Aleshanee
Guest
8 Months ago

Guten Morgen RoXXie!

Tja, das klingt alles nicht so wirklich prickelnd ^^ Schade! Mich hätte es schon gereizt in die Katakomben von London zu reisen, aber was du beschreibst, hört sich für mich doch etwas zäh an. Das werde ich dann wohl lieber lassen.
Danke für deine Einblicke!

Liebste Grüße, Aleshanee

Aleshanee
Aleshanee
Guest
Reply to  RoXXie
8 Months ago

Ah, das ist natürlich doof … vielleicht wirds ja doch noch etwas besser? Aber ich vermute fast, das dem nicht so ist 🙁
Jedenfalls hab ich deine Rezension heute in meiner Stöberrunde mit dabei!

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