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Wo die Toten tanzen - Rezension

Der Onyxpalast – Wo die Toten tanzen ♦ Stefanie Lasthaus | Rezension

Ein faszinierendes Totenreich mit einer leider zunehmend schwächelnden Heldin

Mit Der Onyxpalast – Wo die Toten tanzen startet Stefanie Lasthaus ihre Die Totengötter-Saga und entführt die Leserinnen und Leser in eine Welt, in der die Reiche der Toten verschiedener Mythologien miteinander verbunden sind. Die Grundidee hat mich sofort neugierig gemacht und war letztlich auch der Hauptgrund, weshalb ich das Buch trotz einiger Kritikpunkte bis zum Ende gerne gelesen habe.

Der Onyxpalast – Wo die Toten tanzen ♦ Stefanie Lasthaus | Rezension
Fantasy Mythology Romance

Der Onyxpalast - Wo die Toten tanzen by Stefanie Lasthaus
Original Title: Die Totengötter-Saga #1
Genre: Gods, Mystery, Mythology, New Adult, Paranormal, Romance, Urban Fantasy
Published on 24. Sep 2025 by Penhaligon Verlag
Pages: 494
Format: Paperback
ISBN-13: 9783764533496
Language: German
Source: Amazon
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My rating: | Spice: one-half-flames

Willkommen im Onyxpalast, wo die Toten tanzen – wirst du dich ihnen anschließen?

Als ihr Bruder Vander völlig überraschend verstirbt, bricht für Gwen eine Welt zusammen. Verzweifelt fasst sie einen Entschluss: Da die Grenzen zwischen dem Reich der Lebenden und dem der Toten in Cardiff besonders durchlässig sind, wird sie ihren Bruder zurückholen! Im sagenhaften Onyxpalast angekommen, traut sie ihren Augen kaum: ein rauschender Totenball erwartet sie, auf dem sich Verstorbene und Totengötter amüsieren. So trifft Gwen auf Aran, Herrscher der walisischen Unterwelt. Dieser Gott lässt ihr Herz bald höher schlagen – dabei darf er auf keinen Fall wissen, dass ihres noch schlägt …


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Der Onyxpalast – Wo die Toten tanzen ♦ Stefanie Lasthaus

Eine Rezension

Meinung

Allerdings verlief mein Einstieg in die Geschichte zunächst etwas holprig. Die ersten zwei bis drei Kapitel konnten mich noch nicht vollständig abholen. Zwar wird man recht schnell mit Gwens persönlicher Tragödie konfrontiert, doch die emotionale Bindung zu den Figuren wollte sich bei mir nicht sofort einstellen.

Positiv hervorheben möchte ich jedoch, dass wir hier einmal keine jugendliche Protagonistin unter zwanzig Jahren begleiten. Gwen hat bereits einiges an Lebenserfahrung gesammelt, ist nach längeren Rucksacktouren durch Europa nach Cardiff zurückgekehrt und wirkte zu Beginn deutlich reifer als viele andere Heldinnen des Genres. Das hat mir sehr gefallen und ließ auf eine etwas andere Entwicklung hoffen.

Nach ihrer Rückkehr muss Gwen allerdings ihren Bruder Vander zu Grabe tragen, der bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommen ist. Genau an dieser Stelle fehlten mir jedoch überraschend oft die Emotionen. Der Verlust eines geliebten Bruders sollte eigentlich das zentrale Fundament der Handlung bilden, doch ich konnte Gwens Trauer nur bedingt nachvollziehen. Auch ihre Beziehung zu ihrer jüngeren Schwester Mari blieb für mich seltsam blass. Die geschwisterliche Verbindung wurde zwar beschrieben, fühlte sich aber selten wirklich greifbar an.

Ähnlich ging es mir mit Gwens Verhältnis zu ihrer Mutter. Dass die Beziehung zwischen den beiden schwierig ist, wird schnell deutlich. Dennoch empfand ich Gwens Reaktion auf die Mutter nach Vanders Tod teilweise als sehr kühl und verurteilend. Gerade die Tatsache, dass ihre Mutter nach dem Verlust ihres Sohnes zunehmend die Kontrolle über ihr Leben verliert, hätte meiner Meinung nach mehr Verständnis und Mitgefühl verdient. Stattdessen wirkte Gwen auf mich häufig erstaunlich hart.

Auch ihre eigentliche Motivation, schließlich den Weg ins Totenreich anzutreten, konnte mich nicht vollständig überzeugen. Nachdem ein Krimineller, nur genannt „Bomberjacke“, von ihr verlangt, innerhalb weniger Tage 30.000 Pfund aufzutreiben, die ihr leiblicher Vater offenbar schuldet, hatte ich erwartet, dass Gwen zunächst alles daransetzt, das Geld zu beschaffen oder ihren Vater ausfindig zu machen. Stattdessen scheint dieses Problem zeitweise beinahe in den Hintergrund zu rücken. Erst durch den Obdachlosen Sandover kommt sie auf die Idee, ihren Bruder aus dem Reich der Toten zurückzuholen, der das dann alles klären soll und nicht wirklich um ihn zurückzuhaben. Für mich wirkte dieser Entschluss etwas konstruiert und nicht ganz organisch aus der Handlung heraus entwickelt.

Sobald Gwen schließlich das Totenreich erreicht und im Garten des Onyxpalastes ankommt, entfaltet die Geschichte jedoch ihre größte Stärke: das fantastische Setting. Besonders begeistert hat mich die Vorstellung, dass sämtliche Totenreiche der unterschiedlichen Mythologien miteinander verbunden sind. Dadurch treten nicht nur die Figuren der walisischen Mythologie auf, sondern auch bekannte Gestalten wie Hades, Osiris oder Hel. Dieser Aspekt verlieh der Welt eine enorme Größe und weckte ständig die Neugier auf weitere Entdeckungen.

Von allen Figuren hinterließ Hades bei mir sogar den stärksten Eindruck, obwohl er nur ein Nebencharakter ist. Jedes seiner Auftritte hatte Gewicht, und seine Präsenz war deutlich interessanter als die vieler anderer Charaktere.

Leider verlor Gwen im Verlauf der Handlung für mich zunehmend an Glaubwürdigkeit. Dabei geht es nicht einmal darum, dass sie sich zu Aran hingezogen fühlt. Der Herrscher der walisischen Unterwelt wird schließlich regelmäßig als beinahe unwiderstehlich beschrieben. Mein Problem war vielmehr, dass sie ihre eigentliche Mission immer häufiger aus den Augen verliert. Anfangs setzt sie alles daran, ihren Bruder im Totenreich zu finden, doch später scheint dieser Wunsch oft kaum noch eine Rolle zu spielen. Stattdessen kreisen ihre Gedanken fast ausschließlich um Aran.

Hier hätte ich mir deutlich mehr Zurückhaltung gewünscht. Der Slow Burn zwischen den beiden hätte für meinen Geschmack wesentlich länger andauern dürfen, gerne sogar bis zum Ende des zweiten Bandes. Stattdessen entwickelt sich die Romanze recht früh zu einem zentralen Element der Handlung. Besonders schade fand ich dabei, dass Gwen dadurch zunehmend Eigenschaften verliert, die sie zu Beginn ausgezeichnet haben. Aus der selbstständigen und erfahrenen Frau wird stellenweise eine erstaunlich naive Figur, die von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt. Mehr als einmal habe ich beim Lesen die Augen verdreht.

Trotz dieser Kritikpunkte konnte das Finale noch einmal einiges retten. Die letzten Kapitel ziehen das Tempo spürbar an, liefern Action, Spannung und interessante Enthüllungen. Vor allem der größere Handlungsbogen hat mein Interesse geweckt. Die Andeutungen darüber, dass die verschiedenen Totenreiche ihrem Untergang geweiht sein könnten, sowie die Intrigen, die sich im Hintergrund zusammenbrauen, machen definitiv neugierig auf die Fortsetzung.

Fazit

Letztlich hinterlässt Der Onyxpalast – Wo die Toten tanzen bei mir gemischte Gefühle. Das außergewöhnliche Setting, die mythologischen Einflüsse und die spannenden Entwicklungen im Hintergrund konnten mich überzeugen. Gleichzeitig verhinderten die schwankende Charakterentwicklung der Protagonistin und die sehr früh dominierende Liebesgeschichte, dass mich die Geschichte vollständig begeistern konnte.

Deshalb vergebe ich solide 3 von 5 Sternen. Trotz aller Kritik werde ich die Reihe weiterlesen, denn der rote Faden rund um die Totenreiche und die politischen Intrigen besitzt definitiv genug Potenzial, um mich auch im nächsten Band wieder in diese faszinierende Welt zurückzulocken.

Die Totengötter-Saga

Trilogie

Der Onyxpalast – Wo die Toten tanzen (#1)Der Onyxpalast – Wo die Seelen brennen (#2)
Der Onyxpalast – Wo die Welten sterben (#3)

About Stefanie Lasthaus

Stefanie Lasthaus

Stefanie Lasthaus arbeitete bereits mehrere Jahre in den Bereichen Redaktion, Filmdokumentation, Onlinespiele und Lektorat, ehe sie sich zusätzlich dem Schreiben von Romanen widmete. Nach Stationen in Australien, der Schweiz und England lebt sie heute in Essen.

Sie schreibt in den Bereichen Belletristik und Jugendbuch. Unter ihrem Realnamen veröffentlicht sie Fantasy für Jugendliche und Erwachsene, unter den Pseudonymen Hannah Luis und Stephanie Linnhe romantische Belletristik.

Diese Rezension wurde auch hier veröffentlicht:

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