Verflucht zum Wohlfühlen, verdammt zum Plätschern
Mit Cozy Fantasy und mir ist das bisher so eine Sache gewesen. Ich habe mich von diesem Genre eher ferngehalten, weil ich schon im Vorfeld die Befürchtung hatte, dass mir die Geschichten oftmals zu seicht sein könnten. Trotzdem wollte ich dem Ganzen endlich einmal eine faire Chance geben. Im Rahmen der NetGalleyChallenge fiel meine Wahl deshalb auf Cursed for Good von Amy Coombe. Die Grundidee mit einer verfluchten Prinzessin, einem Buchladen, Drachen, Prinzen und einem ziemlich attraktiven Piraten klang schließlich nach einer unterhaltsamen Mischung.
Und ja, seicht war es tatsächlich. Das allein wäre allerdings gar nicht unbedingt mein größtes Problem gewesen.
Through NetGalley I received an advance review copy (ARC) for free, and I am leaving this review voluntarily.

Cursed for Good by Amy Coombe
Original Title: Stay for a Spell
Genre: Cozy Fantasy, Magic, New Adult, Romance
Published on 01. Jun 2026 by Kyss
Pages: 416
Format: ARC, Kindle Edition
ASIN: B0FXW17B8F
Language: German
Original Language: English
Source: NetGalley
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My rating: | Spice:
Ein Fluch zum Verlieben! Cursed for Good ist eine leichtherzige, kuschelig-warme Romantasy von Sunday-Times-Bestseller-Autorin Amy Coombe.
Prinzessin zu sein, ist gar nicht so leicht: Die kleinen Feen im Königsgarten beißen, die schönen Kleider zwicken, und zwischen den vielen Reisen, Eröffnungszeremonien und königlichen Bällen bleibt kaum Zeit zum Lesen. Als Tandy verflucht wird, in einem Buchladen zu leben, bis sich ihr Herzenswunsch erfüllt, ist das daher wie ein wahr gewordener Traum. Endlich hat sie alle Zeit der Welt, sich ihren Büchern zu widmen – nur eine pubertierende Shopassistentin (ihre Drachenflügel stoßen ständig die Regale um) und ein bücherstehlender Pirat (er ist attraktiver, als es gut für ihn – und Tandy – ist) machen ihr das Leben schwer. Zudem sind Tandys Eltern gar nicht begeistert. Sie entsenden die sieben Prinzen der umliegenden Reiche, um Tandy zu umwerben und von ihrem Fluch zu befreien. Denn ist es nicht der Herzenswunsch einer jeden Prinzessin, ihren Prinzen zu finden? Oder doch eher einen sexy Piraten?
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Cursed for Good ♦ Amy Coombe
Eine ARC Rezension
Meinung
Eine charmante Idee mit sehr viel Albernheit
Die Ausgangssituation mochte ich zunächst durchaus: Prinzessin Tandy wird dazu verflucht, in einem Buchladen zu leben, bis sich ihr wahrer Herzenswunsch erfüllt. Was für andere vielleicht wie eine Strafe klingt, ist für die bücherliebende Prinzessin zunächst beinahe das Paradies. Keine endlosen königlichen Verpflichtungen, dafür Bücher, Bücher und noch mehr Bücher.
Natürlich kann das nicht so bleiben. Da wären unter anderem eine jugendliche Shopassistentin mit Drachenflügeln (die zwar im Klappentext, aber nie im Buch erwähnt werden und sie damit auch nie auch nur ein einziges Regal umstößt 🤦🏼♀️), der Pirat Bash und schließlich sieben Prinzen, die von Tandys Eltern, dem Königspaar, losgeschickt werden, um ihre Tochter vom Fluch zu erlösen.
Das alles hätte herrlich skurril sein können. Für meinen persönlichen Geschmack rutschte die Geschichte jedoch viel zu häufig von charmant-skurril zu schlichtweg albern ab. Dazu kommt, dass die Handlung über weite Strecken sehr durchschaubar ist. Große Überraschungen sollte man hier definitiv nicht erwarten. Vielleicht gehört genau das zum Wohlfühlfaktor von Cozy Fantasy, doch mir fehlten Spannung, Tiefe und das Gefühl, unbedingt wissen zu wollen, wie es weitergeht.
Stattdessen plätscherte die Handlung für mich über weite Strecken einfach vor sich hin.
Tandy blieb für mich erstaunlich blass
Auch mit den Figuren hatte ich meine Schwierigkeiten. Gerade Tandy hätte als buchvernarrte Prinzessin eigentlich beste Voraussetzungen gehabt, mich für sich einzunehmen. Doch leider blieb sie für mich ebenso flach wie ein Großteil der Nebenfiguren.
Viele Charaktere scheinen hauptsächlich dafür da zu sein, bestimmte Rollen innerhalb der Geschichte auszufüllen, ohne darüber hinaus wirklich Persönlichkeit oder Tiefe zu entwickeln. Auch einige Dialoge wirkten auf mich ziemlich sinnfrei aufgesetzt und trugen weder zur Handlung noch zur Charakterentwicklung sonderlich viel bei.
Erschwerend kam für mich die Ich-Perspektive hinzu. Diese Erzählweise ist grundsätzlich nicht mein Favorit, und wenn ich dann ausgerechnet mit der erzählenden Figur nicht richtig warm werde, entsteht schnell eine gewisse Distanz zur gesamten Geschichte.
Die große Ausnahme war für mich Bash. Ausgerechnet der bücherstehlende Pirat brachte für mich am meisten Persönlichkeit und Tiefe mit. Hinter seiner lockeren Fassade steckt deutlich mehr, und gerade sein Fluch sorgte dafür, dass ich bei ihm das Gefühl hatte, dass seine Figur noch einiges zu erzählen hätte. Vielleicht hätte mir das Buch sogar besser gefallen, wenn wir gelegentlich seine Perspektive bekommen hätten.
Und dann wäre da noch der Titel …
Ein kleines Rätsel bleibt für mich außerdem die Entscheidung, Stay for a Spell für den deutschen Markt in Cursed for Good umzubenennen.
Ganz abgesehen davon, dass ich neue englische Titel speziell für den deutschen Buchmarkt ohnehin ziemlich sinnfrei finde, ergibt der Originaltitel für mich im Zusammenhang mit der Geschichte sogar deutlich mehr Sinn. Stay for a Spell spielt wunderbar mit Tandys Fluch und ihrem unfreiwilligen Aufenthalt im Buchladen. Warum daraus für die deutsche Ausgabe ein anderer englischer Titel werden musste, erschließt sich mir nicht wirklich.
Cozy Fantasy und ich werden wohl keine besten Freunde
Cursed for Good ist keineswegs ein schlechtes Buch. Es ist eine nette, leichte Fantasygeschichte, die genau das liefern dürfte, was Leser*innen suchen, die es kuschelig, humorvoll, romantisch und möglichst konfliktarm mögen. Gerade deshalb möchte ich dem Buch auch nicht vorwerfen, dass es etwas sein möchte, das schlicht nicht meinem bevorzugten Lesegeschmack entspricht.
Für mich persönlich war es jedoch einfach zu seicht, zu albern und zu vorhersehbar. Mir fehlten stärkere Charaktere, gehaltvollere Dialoge und vor allem mehr Spannung. Eine gemütliche Geschichte darf für mich gerne cozy sein, aber sie sollte trotzdem ein wenig Feuer unter dem Kessel haben.
Das Ende rund um Tandy und Bash bleibt zudem relativ offen, was mir aber auch irgendwie gefallen hat. Dass die beiden zusammengehören, steht außer Frage, während Bashs Fluch noch genügend Stoff für eine mögliche Fortsetzung liefern würde. Sollte tatsächlich ein weiterer Band erscheinen, der sich stärker damit beschäftigt, werde ich diesen vermutlich trotzdem eher nicht lesen.
Fazit
Mein Ausflug in die Cozy Fantasy war damit zwar nicht völlig erfolglos, aber Cursed for Good hat meine bisherigen Vorbehalte gegenüber dem Genre auch nicht unbedingt aus dem Weg räumen können. Für gemütliche Lesestunden sicherlich eine süße Geschichte, für meinen persönlichen Geschmack fehlte ihr jedoch an zu vielen Stellen die nötige Tiefe.
3,5 Sterne für eine charmante Grundidee, einen interessanten Piraten und jede Menge Cozy-Vibes, die mir am Ende leider ein bisschen zu cozy waren.

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