Es ist einfach eine absolute Sauerei, was Meta hier abgezogen hat. Falls du es noch nicht gehört hast, das Unternehmen Meta (Facebook, Instagram, etc.) hat 7,5 Millionen Bücher und wissenschaftliche Arbeiten illegal heruntergeladen und damit ihre eigene Künstliche Intelligenz (KI) „Llama 3“ damit gefüttert. Und sie sehen sich auch noch im Recht, da sie der Meinung sind, dieses Vorgehen hätte im Sinne der Wissenschaft und Bildung stattgefunden. Mark Zuckerberg sollte sich schämen.
Ich bin zufällig über TikTok auf diesen Skandal aufmerksam geworden und kann es einfach nicht fassen. Ein Unternehmen, welches laut Capital einen Markwert von 1,45 Billionen Dollar (2024) hat klaut Bücher in einem Wert, der sich wahrscheinlich überhaupt nicht schätzen lässt. Laut The Atlantik stammen „diese Bücher aus der Online-Bibliothek Library Genesis (LibGen), die für das [Anm. d. Verf.: illegale] Teilen urheberrechtlich geschützter Werke bekannt ist.“1Achtung: Hinter eine Paywall
Aus dem Artikel von The Atlantik ist außerdem bekannt geworden: „Laut interner Kommunikation, die im Rahmen eines Urheberrechtsstreits offengelegt wurde, entschieden sich Meta-Mitarbeiter für die Nutzung von LibGen, um Kosten und Zeit zu sparen, die mit dem legalen Erwerb von Büchern verbunden wären. Diese Entscheidung wurde offenbar mit Zustimmung von CEO Mark Zuckerberg getroffen.“
Autoren wehren sich gegen den massiven Diebstahl
Laut The Author’s Guild, einer führenden Interessenvertretung für Schriftsteller in den USA, wurden Werke aus unterschiedlichsten Genres und von Autorinnen und Autoren jeder Größenordnung erfasst. Wie ich bereits erwähnt habe, hat The Atlantic dazu einen detaillierten Bericht veröffentlicht und sogar ein Tool bereitgestellt, mit dem Betroffene nachsehen können, ob ihre Werke gestohlen wurden.

Die Empörung in der Schreib-Community ist selbstverständlich riesig. Viele Autoren verdienen ihren Lebensunterhalt mit den Verkaufszahlen ihrer Bücher – wenn diese jedoch von großen Konzernen einfach kopiert und für die Entwicklung von KI-Modellen genutzt werden, bleibt ihnen jegliche Kontrolle und Kompensation verwehrt.
Viele Autorinnen und Autoren haben sich bereits über diverse soziale Medien zu Wort gemeldet und Jay Kristoff hat es mit seiner Antwort2Instagrampost (s. Bild: roter Pfeil) auf einen Beitrag von Zuckerberg auf Threads wohl am besten getroffen.
The Authors Guild hat zudem eine Vorlage3fülle dafür das Formular unt „Take Action“ aus erstellte, mit der Autorinnen und Autoren ein Schreiben an Meta richten können, dass das Unternehmen kein Recht zur Nutzung ihrer Werke hat.
Ein Schlag ins Gesicht für Autoren und Leser
Für uns Leserinnen und Leser ist dieser Datenklau eine absolute Schweinerei, die meisten von uns sind auch strikt gegen diese Piraterieseiten, die immer wieder aufkommen.
Autorinnen und Autoren stecken Jahre in ihre Werke, und nun werden ihre Inhalte einfach genutzt, um die KI-Modelle von Meta leistungsfähiger zu machen – ohne Rückfrage oder Vergütung. Schämen sollten sich alle Angestellten von Meta!
Die Debatte über KI-Training und Urheberrechte gewinnt zunehmend an Brisanz. Während Unternehmen wie Meta argumentieren, dass sie die Daten für „wissenschaftliche Zwecke“ und „technologischen Fortschritt“ benötigen [Anm. d. Verf.: meiner Meinung, nach eine scheinheilige Ausrede], bleibt die grundlegende ethische Frage bestehen: Darf geistiges Eigentum einfach in großem Stil geplündert werden? Auch frage ich mich, warum dem Aufruf anderer Künstler, wie Illustratoren, Malern etc. nicht mehr Gehör geschenkt wurde.
- Ähnlicher Beitrag: Boykott oder bewusster Konsum? Der wahre Preis eines US-Bücherverzichts | Kolumne
Ich habe in dem bereitgestellten Tool einfach mal auch ein paar deutsche Namen eingegeben. Gefunden habe ich Andreas Eschbach (145 Resultate in div, Sprachen), Emily Bähr und Liane Mars (je 1 Resultat), sowie Martin Krist (12 dt. Resultate) und Thomas Mann (200 Resultate in div. Sprachen). Auch D. C. Odesza wurde mit 22 Resultaten gefunden.
Selbst vor ehemaligen US-Präsidenten, wie Barack Obama, Bill Clinton und George W. Bush, sowie anderen Politikern, wie Angela Merkel, wurde Halt gemacht.
Rechtliche Schritte und ungewisse Zukunft für internationale Autoren
The Author’s Guild ist in Kalifornien bereits Teil einer Sammelklage gegen Meta – diese betrifft allerdings wohl nur US-Autoren. In Paris scheint ebenfalls eine Klage anhängig zu sein, doch ist unklar, ob sie EU-Autoren insgesamt vertritt oder sich nur auf französische Autoren beschränkt. Wie es mit australischen oder anderen betroffenen Autorinnen und Autoren aussieht, ist derzeit noch unklar.
Hier konnte ich leider keine genauen Daten, trotz intensiver Recherche, finden.
Ich denke, deutsche Autorinnen und Autoren, die über Verlage veröffentlicht habe, können hier nur bei den Verlagen anfragen und deren Rechtsabteilungen haben in den nächsten Wochen und Monaten ordentlich etwas zu tun. Als Self-Publisher, die es eben wieder am härtesten trifft, wird ein Gang zum Rechtsanwalt wohl unumgänglich sein.
Wie kann die Buchgemeinschaft jetzt reagieren?
Ein konsequenter Boykott von Meta-Produkten wäre definitiv ein starkes Signal – aber es stellt sich die Frage, wie realistisch das für die breite Masse ist. Meta betreibt Facebook, Instagram, WhatsApp und Threads, Plattformen, die für viele Menschen beruflich und privat kaum wegzudenken sind.
Mir ist heute Vormittag aufgefallen, dass ich plötzlich Meta AI auf WhatsApp hatte. Hier habe ich sofort nach eine Wie man Lösung gesucht, dies zu entfernen.
Wenn man Meta wirklich treffen will, könnten gezielte Proteste effektiver sein:
- Öffentliche Kritik: Autorinnen/Autoren, Leserinnen/Leser und Kreative könnten ihre Unzufriedenheit laut äußern – etwa über alternative soziale Netzwerke oder durch direkte Beschwerden an Meta.
- Unterstützung der betroffenen Autoren: Bücher direkt bei den Autoren kaufen, anstatt Plattformen zu nutzen, die von KI-gestütztem Content profitieren.
- Rechtliche und politische Maßnahmen vorantreiben: Petitionen und Initiativen für strengere Urheberrechtsgesetze auf internationaler Ebene könnten mehr bewirken als ein individueller Boykott.
Über The Author’s Guild bin ich noch auf den folgenden Tipp gestoßen:
- Schütze deine Werke: Füge auf der Copyright-Seite deiner Werke den Hinweis „KEIN KI-TRAINING“ (“NO AI TRAINING”) hinzu. Bei Online-Arbeiten kannst die robots.txt-Datei deiner Website aktualisieren, um KI-Bots zu blockieren.
Dies könnte auch wichtig für Blogger sein. Eine Anleitung um KI-Scrawler zu blockieren gibt es bei Raptive.
Letztlich bleibt die Frage, ob Meta auf einen solchen Protest reagieren würde – oder ob sie einfach weitermachen, solange es für sie keine ernsten finanziellen oder rechtlichen Konsequenzen gibt. Doch eines ist klar: Der Kampf für den Schutz geistigen Eigentums ist noch lange nicht vorbei.
- 1Achtung: Hinter eine Paywall
- 2Instagrampost
- 3fülle dafür das Formular unt „Take Action“ aus



Schönen guten Morgen!
Ich hab deinen Beitrag heute gerne in meiner Stöberrunde verlinkt!
Ich wünsch dir schöne Osterfeiertage <3
Liebste Grüße, Aleshanee
Vielen lieben Dank. 🙂
Hi RoXXie!
Jetzt weiß ich wenigstens, warum es ging… ich hab zufällig auf insta einen Post gesehen von Natasha Pulley, in der sie über etwas spricht und ziemlich verärgert ist, alles auf englisch natürlich und ich hab nur die Hälfte verstanden ^^ Aber ich denke, dass es genau darum ging.
Schon heftig, was die sich erdreisten – wollen wir hoffen, dass sie damit nicht durchkommen, aber ich denke mal nicht, dass hier viel passieren wird. Ich frag mich nur, wie sie das „so einfach“ machen konnten…
Facebook und insta ist für mich wegen dem Blog schwer wegzudenken, da bin ich ehrlich. Whatsapp würde ich schon lange aufgeben, wenn alle zu Signal wechseln würden. Will aber irgendwie keiner, weils ihnen allen schon egal ist, wer die Daten abgreift. Im Prinzip ist es ja eh so: sobald du im Netz bist, bist du gläsern. Ist in der heutigen Zeit leider so. Gruselig, aber wie bei so vielen Dingen gewöhnen sich die Menschen daran.
Ich nehme da immer gerne ein Beispiel, was mich echt etwas schockiert hat: Ich hab mal mit einer Freundin (vor 3-4 Jahren) übers Handy telefoniert und über Dirndl gesprochen – am nächsten Tag hatte ich auf Facebook Werbung zu Dirndl Geschäften. Da soll mir noch einer sagen, dass hier nix abgehört wird ^^
Ich bin gespannt, was da weiter passieren wird, aber ich schätze, leider, nicht viel.
Liebste Grüße, Aleshanee
Hey Aleshanee,
wie ich geschrieben habe, bin ich auch nur zufällig bei TikTok auf diese Situation aufmerksam geworden und war erst sprachlos.
Ich hab mich dann mal schlau gemacht.
Bei einem Artikel von The Author’s Gild habe ich dann auch erst einmal verstanden, was LibGen ist. ich hab zwar schon öfters von diesen Piratenseiten gehört, bei denen man sich auch die neuesten Bücher illegal herunterladen kann. Aber die Tatsache, dass diese Online-Plattform über 7,5 Mio. Raubkopien gespeichert hat, die sich Meta auch noch zunutze gemacht hat, hat mich echt umgehauen.
Ich denke, ich könnte gut auf Instagram verzichten, da ich da eh sehr, sehr selten unterwegs bin. Seitdem der Algorithmus dort total verkorkst ist und gefühlt jeder zweite oder dritte „Post“ Werbung oder Scam ist, nervt mich total.
Bei Facebook ist es schon schwerer für mich, aber nicht unbedingt wegen des Blogs, sondern wegen der Kontakte zu Menschen, die ich halt nicht täglich sehen kann.
Ich weiß aber, dass ich meine Social Media Aktivitäten aktuell wohl eher auf Bluesky vermehrt durchführen werde.
Das mit WhatsApp kann ich verstehen. Ich hab das gleich Problem und würde auch lieber auf Signal oder Threema umsteigen. Was mir aber nicht passiert, ist Telegram. Da sind mir einfach zu viele Fanatiker jeglicher Couleur unterwegs.
Cheerio
RoXXie
Den Algorhythmus finde ich überall verkorkst *lach* Selbst bei Blusky wird mir jetzt mittlerweile auch irgendwas angezeigt und nicht das von denjenigen , denen ich folge. Ich weiß nicht, was die da immer machen…
Bei insta stöbere ich schon ab und an mal durch – da entdecke ich oft schöne Buchcover, oder auch viele witzige Kurzvideos oder Naturvideos, das mag ich. Bin aber auch selten da.
Facebook hab ich am längsten und da findet die meiste Interaktion statt.
In der Timeline hier schaue ich aber schon lange nichts mehr durch weil hier irgendwas angezeigt wird und nicht das was ich suche ^^
Aber wie du schon schreibst, der Kontakt besteht hier einfach mit vielen Buchmenschen den ich nicht missen möchte.
Telegram wäre auch nichts für mich ^^ Da hab ich auch schon zu viel gehört – wobei man die ja auch ignorieren könnte. Aber Signal wäre eine gute Alternative, aber es will halt einfach kaum jemand wechseln.
Also bei Bluesky kannst du bestimmten Feeds folgen. Diese kannst du glaub ich auch so auflisten, wie du möchtest. Meine erste beiden sind „Following“ (also jene, denen ich folge) und „Mutuals“ (wenn wir einander folgen). Bei Bluesky gibt es auch keinen „Algorithmus“. Dir werden die Posts so angezeigt, wie sie veröffentlicht werden.
Die Timeline bei Facebook ist abartig. Da werde ich mit soviel bekloppten „Pages“ in Werbeform zugebombt. Das ist echt nicht mehr normal. Neulich wurde mir der Obernazi hier aus Thüringen vorgeschlagen. Echt jetzt? Nach allem, was ich dort poste, kommt der Nazi bei mir auf? Aber so hab ich gleich mal geschaut, welche meiner „Freund“ ihm folgen und habe die direkt „entfreundet“. 😀
Ich glaub, noch besser als Signal wäre Threema.
Hier mal noch nen Screenshot